Häufige Fragen

Ab wann ist eine Lerntherapie sinnvoll?

Spätestens dann, wenn man auf konventiellem Wege nicht mehr weiter kommt und sich bei dem Kind ein Leidensdruck ergibt.

Je früher ein Problem erkannt wird und zielgerichtete Fördermaßnahmen ergriffen werden können, desto effektiver und nachhaltiger kann Ihrem Kind geholfen werden. Dies gilt auch für die Lerntherapie.

 

Woher weiß ich, ob mein Kind grundlegende Probleme beim Lesen, (Recht)Schreiben oder Rechnen hat?

Einige Anhaltspunkte können Sie unter der Rubrik "Anzeichen grundlegender mathematischer Probleme" bzw. "Anzeichen grundlegender Schwierigkeiten beim Lesen und (Recht)Schreiben" nachlesen. Wenn Sie darüber hinaus unsicher sind, empfehle ich Ihnen für Ihre eigene Gewissheit und Beruhigung, Ihr Kind hinsichtlich dieser Thematik testen zu lassen. Die Durchführung einer informellen Förderdiagnostik biete ich unabhängig von einer weiteren Therapie an. Ich berate Sie gerne.

 

Muss vor der Lerntherapie eine Lese-Rechtschreibschwäche/Legasthenie oder Rechenschwäche/Dyskalkulie diagnostiziert worden sein?

Der Zugang zur Lerntherapie erfolgt auf direktem Wege, sobald Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind grundlegende Schwierig-keiten beim Lesen, (Recht)Schreiben und/oder Rechnen hat. 

Für die lerntherapeutische Arbeit ist die vorherige Diagnose nach einem medizinischem Klassifikationssystem nicht zwingend notwendig. Mit einer standardisierten Diagnostik durch eine kinder- und jugendpsych. Einrichtung erfahren Sie nur, dass Ihr Kind diese Teilleistungsschwäche hat. Um es aber gezielt fördern zu können, ist  dagegen eine informelle Förderdiagnostik im Rahmen der Lerntherapie hilfreichreicher. So werden die genauen Schwierigkeiten ermittelt und können individualisiert gefördert werden.

Lediglich wenn für die Lerntherapie ein Antrag auf Kostenübernahme durch das Jugendamt gemäß § 35 a SGB VIII erfolgen soll, ist eine standardisierte Testung durch eine kinder- und jugendpsych. Einrichtung erforderlich.

 

Gibt es die Lerntherapie auf Rezept?

Die Lerntherapie ist nicht über die Krankenkassen abrechnungsfähig. Daher benötigen Sie kein ärztliches Rezept. Die Kosten für die Lerntherapie müssen i.d.R. selbst übernommen werden. Nur in speziellen Fällen kommen andere Träger für die Kosten auf. Dies muss jedoch im Einzelfall geklärt werden.

 

Wie lange dauert eine Lerntherapie?

Die Dauer der lerntherapeutischen Maßnahmen ist abhängig von der Problemstellung und der Mitarbeit Ihres Kindes sowie den Vertragsvereinbarungen.

Je früher das Problem erkannt und daran gearbeitet wird, desto schneller kann Ihr Kind selbständig die angeeigneten Strategien anwenden. Grundsätzlich gilt jedoch, dass es keinen Sinn macht, zu schnell durch die aufzuarbeitenden Themenfelder zu huschen. Hier ist Ihre Geduld gefragt. Ich bin bemüht, Ihnen für die häusliche Unterstützung Tipps und Materialien zur Verfügung zu stellen, damit sich die Dauer der Lerntherapie nicht künstlich in die Länge zieht.

 

Sind die Probleme meines Kindes Folge verminderter Intelligenz?

Schwierigkeiten beim Lesen, (Recht)Schreiben oder Rechnen können trotz normaler Entwicklung, Gesundheit und Intelligenz auftreten! Die Ursachen für die Schwierigkeiten können vielfältig sein und sind noch nicht in Gänze erforscht. Viele Einflussfaktoren können dabei eine Rolle spielen.

 

Verflüchtigen sich die Probleme mit zunehmender Entwicklung meines Kindes von alleine?

Für einige Kinder mag dies gelten. Insbesondere wenn im Unterricht Aufgabenstellungen verfrüht bearbeitet werden, die für die individuelle Entwicklungsreife Ihres Kindes vielleicht noch zu schwierig sind. Kinder gehen damit unterschiedlich um, wobei man bedenken muss, dass die Altersspanne und die damit einhergehenden Unterschiede in der kognitiven und sensomotorischen Entwicklung der Schüler einer Klasse sehr groß ist.

Ich habe Schüler unterrichtet, bei denen ein Jahr weiterer Reifungszeit positive Auswirkungen auf die schulischen Leistungen hatte.

Leider gibt es aber auch die Kinder und Jugendlichen, bei denen sich grundlegende Schwierigkeiten aufgrund spezifischer Faktoren nicht verwachsen. Hier sei dringend fachmännische Beratung und Hilfe empfohlen.

 

Lässt sich eine Lese-Rechtschreibschwäche/Legasthenie bzw. Rechenschwäche/Dyskalkulie heilen?

Das Wort "Lern-therapie" ist leider etwas irreführend. Bei meinem lerntherapeutischen Angebot handelt es sich um gezielte pädagogische und didaktische Fördermaßnahmen. Ich erachte die Schwierigkeiten beim Lesen, (Recht)Schreiben und Rechnen nicht als Krankheit und kann insofern keine "Heilung" versprechen.

Ebensowenig kann ich prophezeien, wie sich ein Kind während einer Lerntherapie entwickelt. Dies hängt von vielfältigen Faktoren ab.

Daher erachte ich es als unabdingbar, dass wir während unsrer Zusammenarbeit immer im Gespräch über die Entwicklung Ihres Kindes bleiben. Nur so kann ich Ihr Kind sinnvoll und positiv unterstützen und fördern.

 

Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Bestimmt kennen Sie aus eigener Erfahrung, dass es bei Rechenaufgaben nicht immer sofort "Klick" macht oder man das berühmte Brett vorm Kopf hat. Manchmal hört man auch aus der eigenen Familie "Mathe hab ich auch nicht kapiert". Den "Lese- und Schreibmuffel" kennt man vielleicht ebenfalls aus dem eigenen Umfeld. In den meisten Fällen handelt es sich um punktuelle, themenbezogene oder phasenbedingte Schwierigkeiten, die sich nach einiger Zeit beheben lassen oder von alleine verflüchtigen.

 

Wenn sich jedoch bei anhaltender und ausreichender Leistungsbereitschaft langfristig keine schulischen Erfolge einstellen, dann kommt es verständlicherweise zu Frustration, Unmut bis hin zum Selbstzweifel oder gar zur Leistungsverweigerung in den entsprechenden Fächern.

 

Daher ist es zunächst wichtig, dass Sie Ihrem Kind Verständnis und Geduld entgegen bringen. Zusätzlicher Druck, ein Mehr an Übungsstunden oder Aufgabenblättern, Schimpfe oder Resignation helfen Ihrem Kind nicht weiter! Häuslicher Stress aufgrund schulischer Anforderungen belastet die ganze Familie und blockiert Ihr Kind umso stärker.

 

Ebenso wenig helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie ihm vermeintlich gut gemeinte "Tricks" vorgeben, die ggf. fehlerhaft sind oder so sehr von der im Unterricht vermittelten Strategie abweichen, dass Sie Ihr Kind damit nur noch mehr verwirren.

 

Lassen Sie sich von mir beraten und üben Sie nur das in der richtigen Dosis, was für Ihr Kind sinnvoll ist! Qualität geht hier vor Quantität!

 

Statt dessen ist es äußerst hilfreich, wenn Sie Zeit mit Ihrem Kind mit Gesellschafts- oder Ballspielen verbringen. Viele Spielangebote beinhalten versteckte Lernaspekte. Gerne kann ich Ihnen Spiele empfehlen - manche leihe ich sogar Spiele als kleine Hausaufgabe im Rahmen unsrer Zusammenarbeit aus. Planen Sie feste Zeiten ein, in denen Sie gemeinsam Lesen oder auch nur Vorlesen.

 

Das Wichtigste zuletzt: Bleiben Sie unermüdlich zuversichtlich und optimistisch!!! Loben Sie die kleinen Erfolge Ihres Kindes. Es gibt kein Kind, das nichts kann!!! Zeigen Sie Ihrem Kind immer wieder, dass Sie es unabhängig von schulischen Leistungen wertschätzen und stolz auf es sind!

 

Denken Sie immer daran: In erster Linie sind Sie Mutter bzw. Vater und nicht die/der Therapeut/in oder Lehrer/in Ihres Kindes!

 

Warum ist die Lerntherapie teurer als Nachhilfe?

Bei einem lerntherapeutischen Angebot handelt es sich um eine stark individualisierte Fördermaßnahme für eine Einzelperson, die eine fachlich höherwertige Berufsqualifikation des Lerntherapeuten voraussetzt. Darüber hinaus entstehen dem Lerntherapeuten im Rahmen laufender Kosten bzgl. Praxisausstattung, Materialbereitstellung, Versicherungen und Beiträgen, Fortbildungsgebühren insgesamt  höhere Betriebskosten.

Die Kosten für eine Therapiestunde orientieren sich dabei an denen vergleichbarer therapeutischer Berufsgruppen.

 

Bei der Überlegung, ob man die Mehrkosten für eine Lerntherapie aufbringen möchte, sollte man jedoch beachten, dass manche Ausgabe für Nachhilfe zwecklos ist, wenn der Betroffene grundlegende pränumerische oder arithmetische Schwierigkeiten hat. 

Bsp: Mit einem Schüler aus der 8. Klasse kann ich vielfach die Berechnung von Gleichungen üben. Wenn dieser Schüler jedoch grundlegende arithmetische Strukturen aus der Grundschulzeit nicht verinnerlicht hat, wird dies langfristig nicht zum Erfolg führen. Zwar wird er ähnliche Aufgaben schematisch bearbeiten können, weiß vermutlich aber dabei nicht konkret, warum er was an welcher Stelle tun muss.

 

Daher ist im Einzelfall zu überlegen, welche Maßnahme effektiver und langfristig kostengünstiger ist.

 

Ich bin bemüht, Ihnen für die häusliche Unterstützung Tipps und Materialien zur Verfügung zu stellen, damit sich die Dauer der Lerntherapie nicht künstlich in die Länge zieht. Darüber hinaus verzichte ich auf eine Vertragsbindung mit monatlichen Pauschalbeträgen. Es werden ausschließlich die wahrgenommenen Stunden abgerechnet.

 

Was ist der unterschied zwischen Rechenschwäche und Dyskalkulie?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die Rechenstörung im Rahmen der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme ICD-10-WHO als "Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten".

 

Die Forschung um die spezifischen Schwierigkeiten in Mathematik von Kindern, Jugendlichen aber auch Erwachsenen steckt jedoch im Vergleich zur Forschung bzgl. Lese-Rechtschreibschwäche bzw. Legasthenie noch in den Kinderschuhen.

Die Begriffe Rechenschwäche und Dyskalkulie werden je nach Autor verschieden verwendet. Darüber hinaus gibt es weitere Begriffe wie z.B. Rechenstörung, Arithmasthenie, ... . 

 

Sicher geht aus dem Wort Rechenschwäche hervor, dass das Ausmaß der Probleme nicht ganz so groß ist, wie bei einer Dyskalkulie.

In der Literatur findet man inzwischen auch die Bezeichnung "Besondere Schwierigkeiten beim Rechnen". Diese verwende ich gerne, denn es erscheint mir wenig hilfreich die mathematischen Probleme eines Kindes zu pathologisieren oder dem Kind eine Art Stempel zu verpassen. Fakt ist: Das Kind  tut sich im schulischen Alltag schwer mit Zahlen und dem Rechnen und braucht zeitnah individualisierte Hilfe! Daher sind für mich als Lerntherapeutin die Begriffe nebensächlich. Ich orientiere mich an Ihrem Kind und versuche ihm im Rahmen unsrer Zusammenarbeit die Zuversicht zu geben, dass es einen Zugang zur Welt der Zahlen bekommen kann.

 

Wie kann es sein, dass mein Kind hin und wieder trotzdem gute Noten schreibt, obwohl es massive Probleme in Mathe hat?

Aus meiner Erfahrung im Fach Mathematik zeigt sich, dass auch ein Kind mit großen Rechenschwierigkeiten bei Rechenaufgaben, die einem stark regelhaften Bearbeitungsschema folgen (z.B. Schriftliche Addition/Subtraktion), ohne tieferes Verständnis für die mathematische Struktur zu richtigen Ergebnissen kommen kann. (Weitere Informationen finden Sie hier)

 

Unter Umständen schreibt dieses Kind bei einer Lernkontrolle nach langer Verzweiflungsphase endlich eine gute Zensur. Dies führt dann zur großen Erleichterung der Familie. Erklärungen, wie "es lag am Lehrer" oder "am Thema" sind schnell für die bisherigen Unsicherheiten und Misserfolge gefunden.

Ohne Frage ist es natürlich erfreulich und extrem motivierend, dass das Kind eine positive Erfahrung im Umgang mit Mathematik machen konnte. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diesem Kind ggf. das grundlegende Verständnis für die Zahlen, Operationen, Problemstellungen und Rechenwege fehlen könnte. Spätestens bei Aufgaben, die im Aufbau etwas von den im Unterricht thematisierten Aufgaben abweichen, gerät eben dieses Kind schnell in Unsicherheit und Zweifel und kann diese nicht erfolgreich bewältigen. Die Negativspirale geht in Folge weiter.

 

Mein Kind versteht aktuelle Mathethemen gut, kann die Aufgaben aber dennoch nicht richtig lösen. Muss es mehr üben?

Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen in der Sekundarstufe I (5. - 10. Klasse aller Schulformen) stellt sich diese Frage.

 

Bitte beachten Sie: Ein Haftenbleiben am aktuellen Unterrichtsstoff macht nur dann Sinn, wenn Ihr Kind

a) das aktuelle Thema kurzfristig und aus offensichtlich erkennbaren Gründen nicht verstanden hat oder

b) zur besseren inneren Verankerung im Sinne eines Automatisierungstrainings.

 

Häufig besteht das Problem bei Rechenaufgaben aber gar nicht in dem aktuellen Thema. Vielmehr können Aufgabenstellungen nicht bewältigt werden aufgrund des fehlenden bzw. nicht hinreichend vorhandenen mathematischen Handwerkzeuges oder aufgrund wenig effektiver Denkmuster. Die arithmetischen Grundlagen sind nicht flexibel abrufbar und einsetzbar. Zusammenhänge und Analogien werden nicht erkannt bzw. genutzt. Fehlende Automatisierung geht auf Kosten zeitaufwändiger und umständlicher Rechenwege. So ist es auch nachvollziehbar, dass ein Schüler nicht weiß, wann "plus" oder "minus", "mal" oder "geteilt" gerechnet werden muss, wenn kein Operationsverständnis bzgl. der Grundrechenarten vorhanden ist. Dies ist aber unerlässlich für die Bewältigung von Sachaufgaben, Platzhalteraufgaben und dem Aufstellen von Termen und Bearbeiten von Gleichungen.

Wie soll ein Schüler variabel Bruchrechnen, wenn er den Zahlaufbau und unser dekadisches Stellenwertsystem nicht verinnerlicht hat? Ein Kind, das Schwierigkeiten mit dem sinnentnehmenden Lesen hat, wird sich eine Textaufgabe oder eine komplexe Aufgabenstellung womöglich gar nicht erschließen können. Was würde es diesem Kind bringen, noch mehr Textaufgaben zum aktuellen Thema bearbeiten zu müssen?